Gewässer · Havelland
776 Hektar Wasser — 6 Badestellen, 1 Tour am Ufer.
Wasserfläche
776ha
nach Geodaten (GIS)
Uferlinie
36km
Umfang der Fläche
Typ
See
Badestellen
6
davon 5 EU-Badestellen
Orte am Ufer
2
Neuruppin · Fehrbellin
Der Ruppiner See erstreckt sich von Alt Ruppin im Norden bis nach Altfriesack im Süden und gilt als längster See Brandenburgs. Der Bahndamm bei Neuruppin, den zwei schmale Durchlässe unterbrechen, gliedert ihn in ein kleineres nördliches und ein langgestrecktes südliches Becken.
Der See entstand gegen Ende der letzten Eiszeit in einer tief eingeschnittenen glazialen Rinne. Schmelzwasser formte das langgestreckte Becken, das später durch abschmelzendes Toteis freigelegt wurde. Heute wird der Ruppiner See der Länge nach vom Rhin durchflossen. Bei Altfriesack teilt sich der Abfluss: Ein Teil des Wassers gelangt über den Bützsee und den Ruppiner Kanal zur Oranienburger Havel, während der Wustrauer Rhin nach Südwesten durch das Rhinluch fließt und erst deutlich weiter stromabwärts die Havel erreicht. Der Wasserstand des Sees wird reguliert; zugleich dient er als Speicher für das südlich anschließende Rhinluch.
An seinen Ufern liegen Neuruppin und Alt Ruppin sowie die Dörfer Wuthenow, Gnewikow, Karwe, Wustrau und Altfriesack. Fehrbellin befindet sich dagegen südwestlich des Sees im Rhinluch. Der Ende des 18. Jahrhunderts geschaffene Ruppiner Kanal verband die Ruppiner Gewässer auf schiffbarem Weg mit der Havel und förderte den Handel und die wirtschaftliche Entwicklung Neuruppins. Heute gehört der See zur Ruppiner Wasserstraße und wird vor allem von Fahrgastschiffen sowie Segel-, Paddel- und Motorbooten genutzt.
Von Natur aus könnte der Ruppiner See ein vergleichsweise nährstoffarmes und klares Gewässer sein. Abwassereinleitungen und intensive landwirtschaftliche Nutzung führten jedoch im 20. Jahrhundert zu einer starken Nährstoffbelastung. Durch die Sanierung vieler Einleitungen verbesserte sich der Zustand, der See ist aber weiterhin deutlich nährstoffreich. Im Sommer bildet er eine stabile Temperaturschichtung aus; zeitweise können Cyanobakterien auftreten.
Baden
Am Ruppiner See gibt es mehrere öffentliche und örtlich genutzte Badestellen. Als EU-Badegewässer werden unter anderem die Badestellen Waldfrieden, Alt Ruppin und Gnewikow geführt und während der Badesaison regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontrolliert. Ihre langfristige mikrobiologische Badegewässerqualität wird derzeit als ausgezeichnet bewertet.
Zu den bekannten Badeanlagen gehört außerdem das traditionsreiche Jahnbad am Neuruppiner Ufer. Weitere örtlich genutzte Zugänge befinden sich unter anderem bei Wuthenow, Karwe, Wustrau und Buskow. Nicht alle diese Stellen sind jedoch als amtlich überwachte EU-Badestellen ausgewiesen. Schilfgürtel, private Grundstücke und stellenweise steilere Ufer begrenzen vielerorts den Zugang zum Wasser.
Von der guten mikrobiologischen Qualität der überwachten Badestellen ist der ökologische Zustand des gesamten Sees zu unterscheiden. Wegen möglicher sommerlicher Blaualgenentwicklungen sollten aktuelle Hinweise des Gesundheitsamtes und örtliche Warnschilder beachtet werden.
k.A.
Volleyballplatz
k.A.

k.A.


Volleyballplatz
Touren
Der Ruppiner See lässt sich auf einer ausgeschilderten, etwa 26 Kilometer langen Radroute erkunden. Die Runde verbindet Neuruppin mit Wuthenow, Gnewikow, Karwe, Wustrau und Altfriesack. Je nach Ausgangspunkt und zusätzlichen Abstechern können sich längere Strecken ergeben.
Die Route verläuft nicht durchgehend unmittelbar am Ufer. In Neuruppin folgt sie der langen Seepromenade und quert anschließend den Bahndamm, der das nördliche vom südlichen Seebecken trennt. Bei Wuthenow, Gnewikow, Karwe, Wustrau und Altfriesack eröffnen sich immer wieder Ausblicke auf den See; dazwischen führen Radwege, ruhige Straßen und Wirtschaftswege durch Alleen, Felder, Dörfer und kleinere Waldstücke.
Zu den kulturell interessanten Stationen gehören die historische Altstadt und die Uferpromenade von Neuruppin, die Schinkelkirche in Wuthenow, das Brandenburg-Preußen Museum und die Zieten-Gedenkstätten in Wustrau sowie die Klappbrücke von Altfriesack. Die vollständige Runde eignet sich vor allem für das Fahrrad. Zu Fuß bieten sich einzelne Abschnitte an, etwa die Neuruppiner Promenade, die Wege bei Wuthenow und Gnewikow oder die Verbindung zwischen Wustrau und Altfriesack.
Gastronomie
2 gastronomische Einrichtungen am Ufer oder in der Nähe.
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