Gewässer · Havelland
1176 Hektar Wasser — 4 Badestellen, 2 Beobachtungspunkte, 7 Touren am Ufer.
Wasserfläche
1176ha
nach Geodaten (GIS)
Uferlinie
252km
Umfang der Fläche
Typ
See
Badestellen
4
Als Untere Havel wird hier der Flusslauf von Brandenburg an der Havel über Pritzerbe, Premnitz und Rathenow bis nach Havelberg zusammengefasst. Es handelt sich um eine redaktionelle Abgrenzung: Die amtliche Untere Havel-Wasserstraße beginnt bereits in Berlin-Spandau, während die naturräumliche Untere Havelniederung im engeren Sinn vor allem den Flussabschnitt zwischen Pritzerbe und der Havelmündung umfasst. Die Seen und größeren Nebengewässer entlang des dargestellten Verlaufs werden auf diesem Portal eigenständig beschrieben.
Südlich von Pritzerbe ist die Havel noch stärker durch Ortschaften, frühere Industrieanlagen und ausgebaute Ufer geprägt. Hinter Rathenow öffnet sie sich dagegen zu einer weiten, dünn besiedelten Niederungslandschaft. Der Fluss verzweigt sich dort in Haupt- und Nebenarme, umfließt Inseln und wird von Altarmen, Flutrinnen, Röhrichten, Feuchtwiesen und zeitweise überschwemmten Auen begleitet. Bei Havelberg erreicht die Havel Sachsen-Anhalt; ihr heutiger Hauptabfluss führt weiter westlich bei Gnevsdorf in die Elbe.
Die Untere Havel zählt zu den naturnächsten großen Flusslandschaften Deutschlands. Zwischen Pritzerbe und der Mündung wird sie seit 2005 im Rahmen eines länderübergreifenden Naturschutzgroßprojekts renaturiert. Dabei werden unter anderem Uferbefestigungen entfernt, Altarme wieder angeschlossen, Flutrinnen geöffnet und Auenflächen erneut der natürlichen Überflutungsdynamik ausgesetzt. Das Projektgebiet liegt auf brandenburgischer Seite im Naturpark Westhavelland und auf sachsen-anhaltischer Seite im Biosphärenreservat Mittelelbe.
Weite Teile der Niederung stehen als Naturschutzgebiete „Untere Havel Süd“ und „Untere Havel Nord“ unter Schutz. Besonders nördlich von Rathenow prägen fast waldfreie Wiesenlandschaften, Röhrichte und flache Überschwemmungsflächen den Flussraum. Die Orte Pritzerbe, Premnitz, Rathenow, Grütz, Schollene und Havelberg bilden nur wenige Siedlungsschwerpunkte in einer ansonsten ausgesprochen stillen Landschaft.
Baden
Die Untere Havel ist kein durchgehend erschlossenes Badegewässer. Badestellen und örtlich genutzte Zugänge finden sich vor allem in den Städten und Dörfern sowie an einigen angrenzenden Seen. Außerhalb dieser Bereiche sind viele Ufer von Röhrichten, Feuchtwiesen, Schutzflächen oder privaten Grundstücken geprägt und kaum zugänglich.
Beim Baden im Fluss müssen Schiffsverkehr, Strömung, wechselnde Wasserstände und teilweise steil oder schlammig abfallende Ufer berücksichtigt werden. Besonders in den naturnahen Abschnitten der Unteren Havelniederung sollte nur an erkennbar zugänglichen und dafür vorgesehenen Stellen ins Wasser gegangen werden. Für einen gezielten Badeausflug eignen sich die ausgewiesenen Badestellen der benachbarten Seen meist besser als die offene Havel.



Touren
Der Havel-Radweg begleitet den Fluss auf seinem Weg von Brandenburg an der Havel über Pritzerbe, Premnitz und Rathenow bis nach Havelberg. Er verläuft nicht immer unmittelbar am Wasser, erschließt aber die unterschiedlichen Landschaftsräume der Unteren Havel: städtische Ufer in Brandenburg und Rathenow, frühere Industrielandschaften bei Premnitz, die Haveldörfer bei Milow und Pritzerbe sowie die weiten Auen nördlich von Rathenow.
Für kürzere Wanderungen eignen sich vor allem einzelne Flussabschnitte. Wege führen unter anderem entlang der Havel bei Pritzerbe und Fohrde, durch die Niederung bei Milow und Premnitz, über die Inseln und Uferwege Rathenows sowie durch die Auenlandschaft bei Grütz, Parey, Gülpe und Havelberg. Eine durchgehende Wanderroute unmittelbar am Fluss besteht jedoch nicht. Seitenarme, vernässte Wiesen, Schutzgebiete und fehlende Querungsmöglichkeiten zwingen vielerorts zu größeren Bögen durch das Hinterland.
Besonders charakteristisch sind die Wege nördlich von Rathenow. Dort eröffnen Deiche, Wirtschaftswege und wenig befahrene Straßen weite Blicke über Flussarme, Wiesen und saisonale Überschwemmungsflächen. Einige Wege können bei Hochwasser oder nach längeren Niederschlägen zeitweise nicht passierbar sein. Die ebene Landschaft eignet sich grundsätzlich gut zum Radfahren; bei Wanderungen empfiehlt es sich, einzelne besonders naturnahe Abschnitte auszuwählen.
Auch vom Wasser aus lässt sich die Untere Havel hervorragend erkunden. Die Wasserstraße wird von Fahrgast-, Sport- und Motorbooten genutzt, gilt wegen ihrer ruhigen Seitenarme und naturnahen Ufer aber zugleich als attraktives Gebiet für längere Kanutouren. In den Schutzgebieten sind Befahrungsregelungen, gesperrte Nebenarme und sensible Uferzonen zu beachten.
Vogelbeobachtung
Die Untere Havelniederung gehört zu den bedeutendsten Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten für Wasser-, Wat- und Wiesenvögel in Mitteleuropa. Offene Flussarme, Altwasser, Röhrichte, Feuchtwiesen und regelmäßig überschwemmte Auen bieten Lebensräume für zahlreiche spezialisierte Arten. Zu den charakteristischen Vögeln der Niederung gehören unter anderem See- und Fischadler, Weißstorch, Kiebitz, Großer Brachvogel, Rohrdommel und Eisvogel. Auch Biber und Fischotter finden in der verzweigten Flusslandschaft geeignete Rückzugsräume.
Besonders eindrucksvoll ist der Vogelzug im Herbst und Frühjahr. Dann sammeln sich in der Havelniederung große Bestände nordischer Gänse, Enten, Schwäne und Kraniche. Der Gülper See und die angrenzenden überschwemmten Wiesen bilden einen Schwerpunkt der Beobachtung, doch auch entlang der Havel zwischen Rathenow und Havelberg lassen sich regelmäßig größere Rastgemeinschaften erleben.
Gute Beobachtungsmöglichkeiten bieten erhöhte Deichwege, offene Uferabschnitte und die ausgewiesenen Beobachtungspunkte am Gülper See. In der weiten Niederung trifft man besonders während der Zugzeiten häufig Ornithologen mit Ferngläsern und Spektiven. Viele Vögel halten sich jedoch weit entfernt auf überfluteten Wiesen oder Sand- und Schlammbänken auf, sodass ein Spektiv für die Beobachtung von Vorteil ist. Röhrichte, Wiesen und nicht ausgewiesene Uferbereiche sollten nicht betreten werden.
Beobachtungspunkt am Untere Havel.
Beobachtungspunkt am Untere Havel.
Gastronomie
15 gastronomische Einrichtungen am Ufer oder in der Nähe.
Jeder 1.te Sonntag im Monat ist Ruhetag.
Das D8 befindet sich in der Domherrenstraße 8, im historischen Domherrenhaus in Havelberg, direkt am Dom gelegen. Einst residierten hier die adligen Domherren der Familien von Katte und von Bredow; heute genießen wir leckeren Kuchen im Garten.
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Seen im Umkreis.