Aussichtsturm
Backsteingotik
Backsteinmauerwerk
Der Grunewaldturm wurde von 1897 bis 1899 nach Plänen von Franz Schwechten errichtet, weil der damalige Kreis Teltow mit einem repräsentativen Aussichtsturm an den 100. Geburtstag König Wilhelms I. von Preußen und Deutschen Kaisers erinnern wollte. Er steht auf dem knapp 79 Meter hohen Karlsberg am westlichen Rand des Berliner Grunewalds direkt über der Havel; geologisch handelt es sich um einen eiszeitlich geprägten Endmoränenhügel innerhalb der Teltow-Landschaft. Der 55 Meter hohe Turm ist im Stil der märkischen Backsteingotik beziehungsweise des historistischen Backsteinbaus gestaltet und besteht vor allem aus rotem Backstein, mit Spitzbogenfenstern, kleinen Türmchen und Schmuckformen. Für Sockel, Plattform und einzelne Zierelemente wurde Rochlitzer Porphyr verwendet, ein rötlicher, widerstandsfähiger Naturstein aus der Gegend um Rochlitz in Sachsen, der seit Jahrhunderten für repräsentative Bauwerke genutzt wird und farblich gut zum Ziegelmauerwerk passt. Unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Turm war das Bauwerk lange ein weithin sichtbares Denkmal der wilhelminischen Erinnerungskultur, bevor es am 15. September 1948 in Grunewaldturm umbenannt wurde. Heute ist der Turm zugleich Baudenkmal, Aussichtspunkt und Ausflugsziel mit Gastronomie und Biergarten in seiner unmittelbaren Umgebung. Nach 204 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in 36 Metern Höhe, von der der Blick bei gutem Wetter über Havel, Grunewald und Wannsee bis nach Potsdam reicht. Im Inneren befindet sich die Gedenkhalle mit dem Marmorstandbild Wilhelms I., goldschimmernden Deckenmosaiken und Reliefs preußischer Persönlichkeiten.
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