Gewässer · Havelland
480 Hektar Wasser — 3 Beobachtungspunkte, 1 Tour am Ufer.
Wasserfläche
480ha
nach Geodaten (GIS)
Uferlinie
14km
Umfang der Fläche
Typ
See
Der Gülper See liegt im Westhavelland zwischen Gülpe und Prietzen, unweit der Orte Kietz und Strodehne. Das Gewässer gehört zur Unteren Havelniederung und ist einer der bedeutendsten Flachseen Brandenburgs. Die Senke des Sees entstand wahrscheinlich am Ende der letzten Eiszeit, als ein im Untergrund zurückgebliebener Toteisblock allmählich abtaute. Heute ist der Gülper See im Mittel nur etwa 1,5 Meter tief; große Bereiche weisen sogar noch geringere Wassertiefen auf. Der nährstoffreiche See wird vom Rhin durchflossen und steht über Gräben, Überschwemmungsflächen und die Gülper Havel mit dem Gewässersystem der Unteren Havel in Verbindung. Breite Röhrichte, Verlandungszonen und ausgedehnte Feuchtwiesen umgeben das Gewässer. Der Gülper See wurde bereits 1967 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und gehört seit 1978 zu einem international bedeutsamen Ramsar-Feuchtgebiet. Zugleich ist er Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und ein Kerngebiet des Naturparks Westhavelland. Die Fischerei prägt den See bis heute. Von Strodehne aus wird das Gewässer weiterhin mit Reusen und Zugnetzen befischt. Gegenüber der touristischen Nutzung stehen jedoch der Schutz der störungsempfindlichen Vogelwelt und die Erhaltung der Überschwemmungs- und Verlandungslandschaft im Vordergrund.
Touren
Eine vollständige Umrundung des Gülper Sees ist nicht möglich. Vor allem das Nord- und Ostufer sind von ausgedehnten Röhrichten, feuchten Wiesen und Gräben geprägt und nur auf wenigen Wegen erschlossen. Öffentliche Verbindungen verlaufen dort meist in größerer Entfernung zum Wasser. Gut zugänglich ist dagegen die Südseite zwischen Prietzen und Gülpe. Die ruhige Verbindung führt durch Wälder und offene Niederungslandschaften und passiert mehrere Zugänge zu Aussichtspunkten am See. Ein kurzer Naturlehrpfad führt zu einem größeren Beobachtungsturm; zwei weitere überdachte Beobachtungsstände ermöglichen den Blick über die Wasserflächen und Röhrichte. Der Gülper See lässt sich außerdem in längere Rad- und Wandertouren durch die Untere Havelniederung einbinden. Verbindungen bestehen in Richtung Gülpe, Prietzen, Parey, Hohennauen und Strodehne. Der Reiz dieser Touren liegt weniger in einer klassischen Seeumrundung als im Wechsel zwischen Feuchtwiesen, Deichen, Havelarmen, kleinen Dörfern und immer neuen Ausblicken auf die offene Niederungslandschaft.
Vogelbeobachtung
Der Gülper See zählt zu den bedeutendsten Vogelrastgebieten Brandenburgs. Seine flachen Wasserflächen, breiten Röhrichte, Schlammufer und zeitweise überschwemmten Wiesen bieten Nahrung und geschützte Schlafplätze für zahlreiche Wasser- und Watvögel. Während des Frühjahrs- und Herbstzuges sammeln sich hier große Bestände von Bläss-, Saat- und Graugänsen. In besonders günstigen Zugperioden können am See und in der umgebenden Havelniederung bis zu 100.000 Gänse auftreten. Auch mehrere Tausend Kraniche nutzen das Gebiet als Rast- und Schlafplatz. Hinzu kommen unter anderem Singschwäne, verschiedene Entenarten, Kiebitze, Goldregenpfeifer, Bekassinen und Kampfläufer. Über dem See und den angrenzenden Wiesen lassen sich regelmäßig See- und Fischadler sowie Rohrweihen beobachten. Besonders ergiebig sind die Morgen- und Abendstunden, wenn die Vögel ihre Schlafplätze verlassen oder zum See zurückkehren. Am Südufer stehen ein größerer Beobachtungsturm und zwei überdachte Beobachtungsstände zur Verfügung. Besucher sollten ausschließlich die ausgewiesenen Wege und Beobachtungsplätze benutzen, da bereits geringe Störungen große Vogelschwärme zum Auffliegen bringen können.
Beobachtungspunkt am Gülper See.
Beobachtungspunkt am Gülper See.
Beobachtungspunkt am Gülper See.
Gastronomie
1 gastronomische Einrichtung am Ufer oder in der Nähe.
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